Friedrichsau-See, um 1900/1920, Kunstverlag Heim

Die Friedrichsau

Originalbeitrag von Karl Doll (aus: "In Ulm, um Ulm, und um Ulm herum" von Gustav Seuffer, 1887)

 

Reich an Schönheit, reich an Wonne hegt die Welt, so manchen Ort,

Aber gold'ner strahlt die Sonne, sel'ger nirgend's wie dort.

 

Dort, wo von der Donauwelle, von der blauen, hold begrenzt,

Mit den trauten Häuschen helle der Kastanienhain erglänzt.

 

Wo, wer kann, am kühlen Plätzchen froh genießt des Tage Glanz,

Manches holde, munt're Schätzchen sich vergnügt bei Spiel und Tanz.

 

Oben lichter Sonnenhimmel, wie verklärt zu Lust und Scherz,

Unten bunt gewegt Gewimmel, offnes Wort und offnes Herz!

 

Rings an all den blanken Tischen wie das plaudert, scherz und lacht!

Und das Krüglein geht dazwischen und der Deckel klappt mit Macht!

 

Vöglein singt im nahen Walde, doch vom Scheißstand Knall um Knall!

Und entlang der Bergeshalde schlängelt sich der Widerhall.

 

Ulmerherz voll bied'rer Treue, schlägtst mit Recht hier stolzbeglückt,

Denn als Kind schon und auf's neue fühlst du hier dich stets entzückt.

 

Unterm gleichen Himmel tagte hier Geschlecht schon um Geschlecht,

Ulm, eh noch sein Münster ragte, hat gelacht hier und und gezecht.

 

Strenge Ratsherrn, reich an Wissen, holten hier sich edlen Rat,

Fromme Zünfte, kunstbeflissen, Kraft und Witz zur guten That.

 

Welche Menschenströme zogen festlich, strahlend schon heran!

Wie viel stolze Banner flogen schon vorüber auf dem Plan!

 

Wie viel Lieder aus dem Grünen stiegen lerchengleich emport!

Zündend oft auch von Tribünen schlug hier deutsches Wort in's Ohr.

 

Mich einst hat im Jugendlenze deines Zaubers Macht berührt,

Die selbst an des Lebens Grenze, hoff' ich, noch das Herze spürt.

 

Elfenleichte liebe Kinder, Maienglöckchen, zart und weiß,

Frei das Herz vom künf'gen Winter, schwangen sich, dem Mai zum Preis.

 

Laß mich immerdar dich grüßen, trauter Baum, so Fluß als Hain:

Friedrichsau! in diesen süßen Namen schließ ich alles ein.

 


Das Lied über die Friedrichsau

Gesungen nach der Melodie

"Es war einmal ein Treuer Husar"

 

Es war einmal ein Stadtvorstand,

Der nahm den Spaten in die Hand

Und schuf aus Knoblauch-Wüsten schlau

Den Liebesprater Friedrichsau.

Wo man sich küßt und herzt und tanzt

Und wohin nächtens gern man schwanzt.


Hätt man nicht diese Friedrichsau,

Wie würd' man denn sonst Mann und Frau,

Hier wird zuerst man Weekend-Braut

Und übers Jahr ist man getraut

Und fährt in rose oder blau

Den neu'sten Ulmer in die Au.


Der tauscht gar bald die Mutterbrust

Mit einem Hundskomödiendurst

Nach kühlem Bier und steuert so

Zum Ulmer Steuer-Sacculo

Die Gelder, die man nötig hat,

Zum Großstadt-Werdegang der Stadt.

- H.S. -

 

Biber-Alarm

Biberarbeit in der Friedrichsau

Die Biberplage in der Friedrichsau hat inzwischen bedrohliche Ausmaße angenommen. Erste große Sanierungsarbeiten wurden jetzt am Oberen Ausee durchgeführt. Mehr dazu lesen Sie unter www.swp.de/biber

 

Mehr daüber erfahren Sie auf der Homepage unter: Biber-Alarm

Neu im Buchhandel

Viele spannende und unterhaltsame Geschichten bilden ein außergewöhnliches Stadtporträt. Auch die Friedrichsau kommt dabei nicht zu kurz.